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Neue Befragungsergebnisse

Viel Potenzial zur Frachtoptimierung

Transportintensive Unternehmen besitzen zwar erhebliches Potenzial zur Senkung ihrer Logistikkosten, schöpfen das aber nur teilweise aus. Wie eine aktuelle LogistikPlan-Branchenstudie zeigt, werden von den Verladern überraschend viele Transportdienstleister eingesetzt, oft sogar weit über 20 verschiedene Speditionen, und zwar unabhängig vom jährlichen Transportvolumen des Auftraggebers. 

Ziel der Befragung von 50 ausgewählten Produzenten der Grund-stoffchemie- und Baustoffindustrie war es, deren gegenwärtige Transportsituation vor dem Hintergrund steigender Frachtkosten zu ermitteln und nach geeigneten Optimierungsschwerpunkten zu fragen.

Für die meisten produzierenden Unternehmen unterliegt die Transportlogistik seit geraumer Zeit sich schnell verändernden Anforderungen. Auch künftig wird das infolge der EU-Osterweiterung und anderen internationalen Entwicklungen nicht anders werden. Wegen der starken Abhängigkeit der Frachtkosten vom Dieselpreis und weiteren Kostenfaktoren befassen sich inzwischen – so ein positives Resümee der Befragung – bereits 80 bis 90% der Unternehmen mit regelmäßigen Analyse- bzw. Controllingmaßnahmen.

 

Betroffen sind vor allem transportintensive Branchen, Firmen mit hohem Produktvolumen und starkem Auslandsabsatz. Bei ihnen reicht das einfache Monitoring der laufenden Kosten – etwa im Rahmen monatlicher Kostenträgerauswertungen – längst nicht mehr aus. Um Sparpotenziale zu erschließen, müssen regelmäßig fundierte Sendungsanalysen, Simulationen und entsprechende Optimierungsmaßnahmen durchgeführt werden, sowohl im eigenen Unternehmen als auch gemeinsam mit den beauftragten Logistikdienstleistern.

Beim Frachtkostencontrolling verweisen vor allem Unternehmen mit hohem Exportanteil auf Verbesserungspotenzial; sie sehen sich meistens mit komplexen Frachtabrechnungen konfrontiert, so dass für deren Analyse keine ausreichende Transparenz gegeben ist. Allerdings wird nicht nur das Fehlen praktikabler Software-Instrumente bemängelt. Insbesondere die Logistiker in konzerngebundenen Unternehmen beklagen, dass bereits erkannte Einspar- oder Verbesserungspotentiale aus Organisationsgründen nur schleppend realisiert werden können.

Erst auf der Grundlage optimierter Standort- und Sendungsstrukturen ist eine Neuausschreibung der Frachten sinnvoll. Vor allem Unternehmen mit niedrigem Transportvolumen sollten dabei überprüfen, welche Vorteile aus der Reduzierung der Dienstleister-Anzahl entstehen können – etwa durch Bündelung von Frachtvolumen oder die Verringerung von Schnittstellen. Wie die Untersuchung zeigt, setzen derzeit nur 45 bis 65% der Firmen auf diese Maßnahmen – viele Potenziale bleiben noch unausgeschöpft.