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Logistik für Schnelldreher

LogistikPlan implementiert automatisierte Lagerlogistik in der Fashion-Branche

Mit dem Boom im E-Commerce hat auch die Fashionlogistik rasant an Tempo gewonnen. Immer schnellere Kollektionswechsel und Schwankungen im saisonalen Absatz stellen die Fashion-Branche in der gesamten Supply Chain – vom Hersteller über den Logistiker bis zum Handel – vor enorme logistische Herausforderungen. LogistikPlan entwickelt intelligente Lagerkonzepte, die Flexibilität und Automatisierung unter einen Hut bringen.

Automatisierung ist immer weniger eine Frage der Anschaffungskosten, denn der Vorteil in den Prozesskosten greift immer öfter auch bei mittelgroßen Lagerprojekten. Dabei muss es nicht unbedingt ein großformatiger Taschensorter sein, denn kleinere, autonome Konzepte werden zunehmend erschwinglich und können sich schon nach einem Jahr amortisieren.
Die Unterstützung der Mitarbeiter durch Roboter oder Co-Boter wird im Lager der Zukunft bald zum Alltag gehören. Beide Gruppen bringen ihre individuellen Fähigkeiten in die tägliche Arbeit ein: die Mitarbeiter planen Prozesse, kontrollieren Abläufe und führen Korrekturen aus. Der Roboter übernehmen die Spät- und Nachtschichten. Sie beherrschen stückgenaues Kommissionieren und senken so die Prozesskosten. Wie die Projekterfahrung von LogistikPlan belegt, steigert die Lagerautomatisierung nicht nur die Effizienz im Logistikprozess, sondern kompensiert auch den zunehmenden Personalmangel im Schichtbetrieb.

Sortiert Schuhkartons parallel zum Menschen: der Pick-Roboter Toru im ITG-Logistikcenter in Schwaig.

Erster Schritt: Ist-Analyse der Lagerprozesse

Bevor ein Robotereinsatz entschieden werden kann, führen Experten von LogistikPlan eine Ist-Analyse der Lagerprozesse durch. Felix Kühne, Fachplaner für Logistikplanung im LogistikPlan Kompetenzfeld Retail & Logistics, hat bereits zahlreiche Automatisierungslösungen in E-Commerce-Lagern eingeführt: „Unser Ziel bei solchen Projekten ist es, die logistischen Anforderungen des Kunden erstmal zu prüfen und die jeweils automatisierungswürdigen Prozesse zu identifizieren. Dabei analysieren wir sowohl die logistischen Abläufe als auch die Funktionsflächen und Betriebsmittel.“ Schnell werden dabei einzelne Schwachstellen in der Lagerlogistik sichtbar, und nicht alle Verbesserungen erfordern eine Automatisierung. Bevor die eigentliche Konzeptphase startet, muss auf Basis der Analyse die künftige Dimensionierung, Automatisierungs- und Standortstrategie der Lagerlogistik für den Kunden definiert werden.

Zweiter Schritt: Konzeptphase und Systemauswahl

Anhand der Analyseergebnisse erarbeitet der Fachplaner dann ein fundiertes Konzept für den Kunden. Er gestaltet die Auftrags- und Logistikprozesse, beschreibt die künftige Lagerorganisation und die Logistik-IT-Systeme, definiert die am besten geeignete Lagertechnik und die Layout- und Gebäudestruktur des Lagerstandortes. Im Ergebnis entsteht eine maßgeschneiderte Logistiklösung – mit einem durchgängig optimierten Lagerprozess für den Kunden.

Pilotprojekt „Toru“: Mensch-Roboter-Kooperation

Wie positiv sich eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter auf die Kosten auswirken kann, zeigt das Pilotprojekt „Toru“ zwischen der ITG GmbH, Puma und Gigaton. Ziel des Projektes war es, den Kommissionier-Roboter „Toru“ unter Realbedingungen in einem Logistikcenter der ITG einem harten Praxistest zu unterziehen. Im klassischen Fachbodenregal – parallel zum Menschen – beherrscht der Pick-Roboter den stückgenauen Zugriff auf Kartons, transportiert diese vom Regal zum Kommissionier-Platz und kommuniziert dabei per Software-Schnittstelle mit dem Lagerverwaltungssystem. Und das bei Nacht sogar ohne Hallenbeleuchtung! Toru arbeitet völlig autonom und überzeugt dabei durch konstante Leistung und kostensparende Arbeitsweise. Im nächsten Projektabschnitt geht es dann darum, die gesammelten Erfahrungen in den Dauerbetrieb zu überführen.

│ Text: Stefan Gärtner, LogistikPlan GmbH / Silke Friedrich WeichertMehnert
│ Foto: ITG GmbH
│ Nachdruck nur mit Quellenverweis